Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des Burson Bytes! Der Social Media Kosmos dreht sich mit Lichtgeschwindigkeit, und auch diesen Monat gibt es wieder spannende Updates, die das Spielfeld für unsere Kund:innen entscheidend beeinflussen können.
In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick auf die neuesten Entwicklungen bei Instagram, nämlich die Einführung von klickbaren Links in Post-Captions für Meta-Verified-User:innen. Außerdem beleuchten wir, warum LinkedIn zu einer Top-Quelle für KI-Antworten avanciert ist und welche Relevanz das für unsere GEO-Strategien hat. Zum Schluss schauen wir uns TikTok als aufstrebende Suchmaschine an, die immer beliebter wird. Wir betrachten, was dieser Trend für die Ansprache der jungen Zielgruppe bedeutet.
Instagram Test: Klickbare Links in Captions für Meta Verified User:innen
Was ist passiert?
Instagram testet eine wegweisende Neuerung: Ausgewählte Meta-Verified-User:innen können jetzt klickbare Links direkt in ihre Post-Captions integrieren. Bislang waren Links strikt auf die Bio, Stories und Reels beschränkt. Das führte zur Beliebtheit von „Link in Bio“-Tools wie Linktree. Aktuell ist die Funktion auf maximal zehn Links pro Monat begrenzt, und es ist noch unklar, wann sie allgemein verfügbar sein wird.
Auswirkungen:
Diese Änderung markiert einen Bruch mit einer langjährigen, funktionalen Strategie von Instagram und ermöglicht erstmals die direkte externe Verlinkung im Feed. Für Nutzer:innen vereinfacht sich damit der Zugang zu externen Inhalten erheblich, da der bisher nötige Umweg über die Bio entfällt. Gleichzeitig stärkt Instagram sein kostenpflichtiges „Meta Verified“-Abo, da die Funktion als attraktiver Anreiz für den Erwerb eines solchen Abonnements dient und Instagrams umfassendere Monetarisierungsstrategie untermauert.
Was bedeutet das für Brands?
- Direkte Performance-Kanäle: Posts können zu direkten Traffic- und Conversion-Treibern werden, da Nutzer:innen nahtlos zu Landingpages oder Produktseiten gelangen können.
- Erhöhter Wert von Meta Verified: Das Abo könnte für Performance-orientierte Brands, die von dieser Funktion profitieren wollen, zu einem strategischen Investment werden.
- Neues Storytelling-Potenzial: Visuelle Inhalte lassen sich nun enger mit tiefergehenden Informationen oder direkten Kaufoptionen verknüpfen, was neue Content-Formate ermöglicht.
- Wandel der „Link in Bio“-Tools: Obwohl sie für aggregierte Link-Sammlungen relevant bleiben, könnten sie für spezifische Kampagnen, die einen direkten Klick erfordern, an Bedeutung verlieren.
Empfehlungen:
- Meta Verified evaluieren: Prüft proaktiv ein Upgrade, um bei breiterer Verfügbarkeit die Startvorteile der direkten Link-Funktion nutzen zu können und erweiterte Analysen zu ermöglichen.
- Content-Strategie anpassen: Plant, wie ihr Links nativ in Posts integriert, um die User Experience und Effizienz zu steigern.
- Direkte CTAs testen: Prüft die Möglichkeit, klare Handlungsaufforderungen (z. B. „Jetzt kaufen”, „Mehr erfahren”) direkt in eurem Content zu platzieren.
- Performance messen: Trackt Klickraten der In-Post-Links sowie deren Einfluss auf Conversions, um den Wert der neuen Funktion präzise zu bewerten.
- Qualität vor Quantität: Wählt die Links sorgfältig aus und nutzt die begrenzte Anzahl pro Monat optimal für eure wichtigsten Kampagnen oder High-Value-Content.
GEO-Boost: LinkedIn als Top-Quelle für KI-Antworten
Was ist passiert?
Eine aktuelle Studie von Semrush aus dem März 2026 zeigt, dass sich LinkedIn als die zweitmeistzitierte Domain in KI-Suchanfragen etabliert hat – direkt hinter Reddit, aber vor Giganten wie Wikipedia, YouTube und großen Newsportalen. Im Schnitt taucht LinkedIn in 11 % aller KI-Antworten auf, im Google AI-Modus sogar in 14,3 % und bei ChatGPT Search in 13,5 %. Bemerkenswert dabei ist, dass KI-Systeme LinkedIn-Inhalte oft nahezu wortwörtlich übernehmen (semantische Ähnlichkeit von 0,57–0,60), was deutlich höher ist als bei anderen Quellen. Das bedeutet, dass eure Botschaften unverändert bei den Nutzer:innen ankommen. KI bevorzugt hierbei originellen, lehrreichen Content (Long-Form-Artikel und Mid-Length-Posts), der Wissen vermittelt, sowie Regelmäßigkeit statt Viralität. Die Follower-Zahl spielt eine untergeordnete Rolle; entscheidend ist die inhaltliche Autorität. Zudem gibt es je nach KI-System Unterschiede, ob eher Company Pages (Perplexity: 59 %) oder individuelle Thought Leader (ChatGPT Search und Google AI-Modus: 59 %) zitiert werden.
Auswirkungen:
Die zunehmende Prominenz von KI-generierten Antworten in Suchmaschinen verschiebt den Fokus von der traditionellen Suchmaschinenoptimierung (SEO) hin zur Generative Engine Optimization (GEO). Ein Großteil der Suchanfragen wird heute direkt durch KI-Antworten bedient, was zu einem potenziellen Traffic-Verlust von bis zu 50% für externe Websites führt – selbst wenn eine Marke als Quelle genannt wird. Das liegt daran, dass Nutzer:innen seltener auf Links in KI-Antworten klicken oder über die KI-Übersicht hinaus scrollen. Die Zitierfähigkeit durch KI-Systeme wird daher zur neuen Währung für die Online-Sichtbarkeit: Wer hier nicht als vertrauenswürdige Quelle wahrgenommen und zitiert wird, riskiert, für einen großen Teil der Nutzer:innen unsichtbar zu werden. Vor diesem Hintergrund erweist sich LinkedIn als zentraler Kanal, um die eigene Markenbotschaft direkt und unverändert in die generierten KI-Antworten zu integrieren.
Was bedeutet das für Brands?
- GEO-Zentralität für Markenpräsenz: LinkedIn ist aktuell zu einem unverzichtbaren Kanal geworden, um die Markenbotschaft unverfälscht in KI-Antworten zu integrieren und somit die Informationsbeschaffung der Nutzer:innen zu prägen.
- Besonderer Hebel für B2B-Brands: Vor allem Unternehmen in spezialisierten B2B-Segmenten profitieren, da KI-Systeme deren Content von LinkedIn bevorzugt zitieren und als autoritative Quellen einstufen.
- Qualität und Autorität vor reiner Reichweite: Fundierter, lehrreicher Original-Content von Fachexpert:innen ist wichtiger für die KI-Zitierfähigkeit als hohe Follower-Zahlen.
- Synergie von Company Page und Thought Leadership: Eine integrierte Strategie, die sowohl die Unternehmensseite als Content-Hub als auch Mitarbeiter:innen als Thought Leader nutzt, maximiert KI-Zitierungen.
Empfehlungen:
- Umfassendes „GEO-Audit" durchführen: Analysiert, wie eure Marke und Expert:innen aktuell in KI-Antworten repräsentiert werden, um Chancen und Fehlinformationen zu identifizieren.
- Qualität vor Reichweite: Produziert lehrreichen, faktenbasierten Original-Content (Long-Form-Artikel und prägnante Beiträge), der klare Antworten liefert und auf eigenen Daten basiert.
- Konsistenz ist King: Setzt auf einen konsistenten Veröffentlichungsplan für Expert:innenprofile und die Company Page (mindestens fünf Posts/Artikel pro Monat pro aktivierter Person) – Frequenz schlägt Viralität.
- Kernbotschaften prägnant formulieren: Formuliert die Quintessenz eurer Aussagen in den ersten zwei bis drei Sätzen, da KI-Systeme diese bevorzugt extrahieren.
- Thought Leadership fördern: Ermutigt und unterstützt Fachexpert:innen aktiv mit Content-Guidelines und Themenvorschlägen, um ihre Expertise auf LinkedIn zu teilen.
- Kontinuierliches Monitoring: Überwacht kontinuierlich, wie eure Marke in KI-generierten Suchantworten zitiert wird und welches Sentiment mitschwingt, um frühzeitig Anpassungen vornehmen zu können.
TikTok als Suchmaschine
Was ist passiert?
TikTok etabliert sich rasant als Suchmaschine, insbesondere bei Gen Z (65%) und Millennials (55%), sowohl in den USA (49% der Konsumenten) als auch in Deutschland (43% der Jugendlichen). Die Nutzer:innen suchen dort vor allem nach Video-Tutorials (61%), Produktbewertungen (45%) und persönlichen Erfahrungen (41%). Treiber dieser Entwicklung sind das Kurzvideoformat, Storytelling und die Interaktivität der Plattform. Unternehmen reagieren bereits: 16% ihres Marketingbudgets und 15% ihres SEO-Budgets fließen in TikTok-Content bzw. -SEO. Auch Affiliate- und Influencer Marketing gewinnen an Bedeutung.
Auswirkungen:
Der Suchmarkt fragmentiert sich zunehmend. Mit seiner Suche auf Basis visueller, interaktiver und personalisierter Inhalte bietet TikTok eine Alternative und spricht damit besonders jüngere Zielgruppen an. Dadurch verändert sich nicht nur die Art und Weise, wie Konsument:innen Informationen entdecken, sondern es wird auch von Marken verlangt, ihre Such- und Content-Strategien über Google hinaus zu denken. Google selbst reagiert bereits darauf, indem TikTok- und YouTube-Videos in den „AI Overviews” ausgespielt werden. Gleichzeitig erweitert TikTok seine eigene Suchfunktion um „Search Highlights”.
Was bedeutet das für Brands?
- TikTok SEO wird unverzichtbar: Eine dedizierte SEO-Strategie für die interne Suchfunktion von TikTok ist entscheidend, um die junge, relevante Zielgruppe in ihrer bevorzugten Suchumgebung zu erreichen.
- Video-First Content: Der Erfolg liegt in nativen, visuellen Storytelling-Formaten wie detaillierten Video-Tutorials und ehrlichen Produktdemonstrationen, die Vertrauen schaffen.
- Strategischer Einsatz von Influencer & Affiliate Marketing: Gezielte Kooperationen mit TikTok-Creator:innen sind entscheidend, um Produkte und Services glaubwürdig in die Suchkontexte der Plattform zu integrieren und Verkäufe zu fördern.
- Wachsender Bedarf an Paid Search: Angesichts der Nutzung als Suchmaschine werden bezahlte Suchanzeigen auf TikTok zu einer wichtigen Ergänzung der Strategie.
Empfehlungen:
- Dedizierte TikTok-SEO-Strategie entwickeln: Recherchiert relevante Keywords und Hashtags, die eure Zielgruppe für Suchanfragen auf TikTok nutzt, und integriert diese organisch in Captions, Text-Overlays und gesprochene Inhalte.
- Video-Content mit Fokus auf „How-to" und „Reviews" priorisieren: Erstellt hochwertige, authentische Kurzvideos, die den visuellen und informativen Suchintentionen der Nutzer:innen entsprechen und nativ für TikTok aufbereitet sind.
- Community-Interaktion & UGC fördern: Ermutigt eure Nutzer:innen, User Generated Content (UGC) zu erstellen, reagiert aktiv auf Kommentare und beteiligt euch an Trends oder Challenges, um die Interaktivität der Plattform zu nutzen und eine engagierte Community aufzubauen.
- TikTok Search Ads evaluieren: Prüft die Möglichkeiten von Paid Search auf TikTok, um die Sichtbarkeit bei relevanten Suchanfragen zu erhöhen und gezielt auf Produktsuchen zu reagieren.
Ein paar Quellen zum Weiterlesen:
Der Burson Bytes wird euch von den Digitalexpert:innen von Burson Germany präsentiert.
Habt ihr Fragen zu diesen Themen? Kontaktiert uns gerne – wir erklären euch alles genauer.

Nora Haak
EVP, MD Digital Innovation, AI Enablement Lead

Johanna Weigand
VP, Director Influencer Marketing & Engagement
Bernadette Butra
VP, Director Content & Digital Strategist

Laura Neugebauer
AM, Specialist Digital & Content

Mahynaz El Gayar
AE, Junior Social Media Specialist

Niels Kock
AE, Junior Social Media Specialist




